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Der trockene Planet

Wasser gibt es genug – oder?

Ozeane bedecken rund 70 Prozent der Erdoberfläche. Trotzdem ist Wasser Mangelware. Zumindest Süßwasser: Denn das macht gerade einmal drei Prozent der globalen Wasservorräte aus. Der größte Teil davon ist in den Polkappen gebunden. Die rund 200.000 Kubikkilometer, die in Binnenseen und Flüssen stecken, wirken gegenüber den salzigen Meeren – etwa 1,3 Milliarden Kubikkilometer – wie ein trauriges Rinnsal. Weniger als ein Prozent der weltweiten Wasservorräte sind direkt für den Menschen nutzbar.

So wertvoll wie Erdöl

Tatsächlich finden sich die ergiebigsten Süßwasserreservoirs der Erde im Grundwasser; die Hälfte davon allerdings mehr als 800 Meter unter der Erdoberfläche. In mehr als 50 Staaten der Erde leiden die Menschen heute schon an Wasserknappheit. Rund eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, für zwei Milliarden sind sanitäre Anlagen ein absoluter Luxus. Jeden Tag sterben tausende Kinder an Infektionen durch schmutziges Wasser. Die Lage wird sich weiter verschärfen: Umweltverschmutzung, Globalisierung sowie der Klimawandel und dadurch bedingt sinkende Grundwasserspiegel und versiegende Brunnen werden das kostbare Nass in den kommenden Jahrzehnten so wertvoll machen wie heute Erdöl.

Immenser Verbrauch für die Nahrungsmittelproduktion
In Deutschland verbrauchen die Einwohner rund 122 Liter Wasser am Tag. Lediglich drei bis sechs Liter davon werden zum Trinken und Kochen benötigt. Das meiste Wasser wird für WC-Spülungen, Baden und Duschen aufgewendet. Doch das ist lediglich der „sichtbare“ Teil. Weltweit entfallen etwa 70 Prozent des Wasserverbrauchs auf den Anbau von Nahrung oder die Produktion von Gegenständen des täglichen Bedarfs. Der britische Wissenschaftler John Anthony Allan hat diese versteckten Verbrauchsmengen erforscht und den Begriff „virtuelles Wasser“ geprägt. Gemeint sind die Wassermengen, die für die Herstellung von Produkten verbraucht werden. Allan hat ermittelt, dass etwa in jeder Tasse Kaffee 140 Liter „virtuelles Wasser" enthalten sind, das für Wachstum, Herstellung, Verpackung und Versand der Bohnen eingesetzt worden ist. Ein Fleisch-Burger enthält nach diesem Rechenmodell 2.400 Liter „virtuelles Wasser". Hochgerechnet verbraucht demnach ein US-Bürger täglich 6.000 Liter „virtuelles Wasser" und ein Bürger in Deutschland rund 4.000 Liter.

Erstaunliche Fakten über den Verbrauch von „virtuellem Wasser“:

  • 550 Liter Wasser sind notwendig, um 400 Gramm Mehl zu produzieren.
  • Für die Erzeugung von einem Liter Milch braucht man 1.000 Liter Wasser
  • Der Wasserverbrauch für die Herstellung eines Kilogramms...
  • Reis: 3.000 Liter
  • Mais: 900 Liter
  • Weizen: 1.350 Liter
  • Rindfleisch: 16.000 Liter


(Quelle: „100 Fakten und Zahlen zum Thema Wasser“, Deutsches IHP/HWRP Nationalkomitee bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde ihp.bafg.de/servlet/is/8397/)

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