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An vielen Verbindungsstellen von Bohrsystemen müssen unterschiedliche Medien gegeneinander abgedichtet werden. Dafür kommen nur Hochleistungskautschuke in Betracht, die gegen Öl, Gase sowie aggressive Spülflüssigkeiten resistent sind, den hohen Temperaturen in Tiefen von 5000 Metern und mehr widerstehen und vom harschen Bohrklein nicht in kurzer Zeit zerrieben werden.
Kautschukdichtungen finden sich an vielen neuralgischen Punkten von Bohrtürmen und Ölplattformen: in den Spülpumpen und Dieselmotoren für die Energieerzeugung ebenso wie im System des Drehtisches und im Bohrturm. Hinzu kommen Schlauchleitungen für den Abtransport des Bohrguts sowie den Weitertransport des geförderten Öls.
Stellt sich der Erschließung eines Ölfelds dichtes Gestein in den Weg oder soll die ölhaltige Schicht von der Seite angebohrt werden, greifen die Bohrmannschaften oft zu einem Trick: Um das Hindernis zu umgehen oder um sich einer Lagerstätte nicht von oben, sondern seitlich zu nähern, bedienen sich die Fördergesellschaften keines Bohrturms mit einem starren Stahlgestänge, sondern nähern sich der Lagerstätte durch Bohrungen „um die Ecke“. Dazu greifen sie zu einem Stator-Rotor-System, das auf der Umkehrung des Funktionsprinzips einer Moineau- oder PCP-Pumpe (Progressive Cavity Pump) basiert und durch seine geringen Abmessungen ermöglicht, den Bohrkopf flexibel durch den Untergrund zu steuern.
Dabei wird der Bohrkopf von einem metallischen Rotor angetrieben, der sich in einem Gummi-Stator befindet. Der Rotor setzt sich samt Bohrkopf in Bewegung, sobald Flüssigkeit unter hohem Druck durch den schneckenförmigen Hohlraum zwischen Stator und Rotor gepresst wird. Dreht sich der Rotor in Gegenrichtung, kann auch extrem viskoses Rohöl unter Einsatz von heißem Dampf nach oben befördert werden. Der für den Stator eingesetzte Kautschuk muss nicht nur ölbeständig sein, sondern auch extreme Belastungen aushalten und hohe Temperaturen ertragen.
Durch Einsatz von Therban® AT lässt sich die Herstellung solcher Statoren weiter optimieren. Dank der Fließfähigkeit dieses HNBR-Elastomers können die Formen, mit denen solche Statoren hergestellt werden, schneller und zuverlässiger gefüllt werden – mit dem Ergebnis eines sehr homogenen Vulkanisats, das den Beanspruchungen deutlich länger standhält.