Bullen, Bären und eine große Herausforderung
Fünf Jahre LANXESS auf dem Parkett: Am 31. Januar 2010 jährt sich der Börsengang von LANXESS zum fünften Mal. Der 31. Januar 2005 war ein außergewöhnlicher Tag. Nicht nur durch die besondere Stimmung an der Frankfurter Wertpapierbörse, die großen Plakate und Leinwände, die auf das neue Unternehmen aufmerksam machten, sondern vor allem wegen des einen Moments: als der Name LANXESS zum ersten Mal an der Kurstafel aufleuchtete. 15,75 Euro war dort zu lesen – der Einstiegskurs von LANXESS! Pünktlich um 10 Uhr war die Abspaltung vom Bayer-Konzern damals mit den ersten Aktienkäufen vollzogen und damit einer der größten deutschen Börsengänge der vergangenen Jahre erfolgreich über die Bühne gegangen.
Die Börsenstory von LANXESS – das hatte der Konzern von Beginn an deutlich kommuniziert – war allerdings keine der üblichen Wachstumsstorys. Eines der wichtigsten Stichworte jener ersten Tage hieß vielmehr: „Restrukturierung“. Und damit war auch die Strategie der nächsten Monate vorgegeben. Denn LANXESS – das stand von Beginn an für die Übernahme eines traditionsreichen Geschäfts, aber auch von immensen Schulden und margenschwachen Geschäften. Als im November 2003 die Entscheidung fiel, große Teile der Bayer-Chemieaktivitäten und etwa ein Drittel des Polymergeschäfts als selbstständiges Unternehmen auszugliedern, war klar: Hier werden nicht etwa die profitablen Geschäftsbereiche gebündelt, sondern eben jene, die margenschwach sind oder sich in der Reifephase des Produkt-Zyklus befinden. Wenn der neue Konzern auf dem Weltmarkt also eine Zukunft haben sollte, dann musste vieles besser werden. Und das möglichst schnell.
Parallel zum laufenden Geschäft stand demzufolge die konsequente Restrukturierung auf dem Programm. Der Konzern ging den gezielten Umbau des Chemiegeschäfts in vier Phasen an: Kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen griffen dabei von Beginn an wie die Zahnräder einer Uhr ineinander. Wichtige „Sofortmaßnahmen“, die gezielte Transformation, aktives Portfolio-Management sowie, als mittelfristiges Ziel, Akquisitionen und gezielte Zukäufe waren die Bausteine des heutigen Erfolgs. Zur Portfolio-Optimierung wurden Geschäfte mit einem Umsatzanteil von rund 25 Prozent abgegeben. Bereits in den ersten beiden Jahren nach dem Börsengang überraschte LANXESS viele Kapitalmarktexperten, Medienvertreter und Kenner der Chemiebranche. Denn der seit Juni 2005 im MDAX notierte Konzern lieferte Ergebnisse, die es in sich hatten: Die Restrukturierungsmaßnahmen griffen zügig und die Performance des Konzerns verbesserte sich deutlich. In der Folge schloss LANXESS bereits sein erstes Geschäftsjahr erfolgreich ab. Darüber hinaus einigten sich Gesamtbetriebsrat und Unternehmensleitung alsbald auf einen Solidarpakt und der Konzern etablierte eine völlig neue Unternehmenskultur. Die Märkte der Zukunft sowie mögliche Wachstumsfelder waren ebenfalls im Fokus von LANXESS. So verstärkte der Konzern im Frühjahr 2006 seine Asien-Offensive: In China wurde ein neues Werk für Hightech-Kunststoffe eröffnet und auch in Indien investierte LANXESS konsequent. Schneller als geplant erzielte LANXESS so den gewünschten „Success“, der schon im Namen des Unternehmens steckt.
LANXESS treibt Wachstum voran
Bereits zwei Jahre nach dem Start an der Börse konzentrierte sich LANXESS auf Phase vier der Unternehmensstrategie: profitables Wachstum! Und passend dazu schloss der Konzern Mitte Dezember 2006 seine erste Akquisition erfolgreich ab. LANXESS übernahm die Chromerz-Aktivitäten der Dow-Gruppe in Südafrika, die zuvor als Joint-Venture mit LANXESS betrieben wurden. Die Strategie rentierte sich auch für die Aktionäre: Sie erhielten für das Geschäftsjahr 2006 erstmals eine Dividende.
Und der Wachstumskurs wurde fortgesetzt: So erhöhte der Konzern im kanadischen Sarnia Mitte 2007 die Kapazität für Butylkautschuk um mehr als 40 Prozent. In Singapur gab LANXESS konkrete Pläne für eine neue Butylkautschuk-Anlage in Asien bekannt – mit einer Investitionssumme von rund 400 Millionen Euro ist dies das bislang größte Investitionsobjekt in der jungen Geschichte von LANXESS. Ab 2013 werden in Singapur bis zu 100.000 Tonnen Butylkautschuk vor allem für die Reifenindustrie jährlich produziert – in der modernsten Anlage dieser Art in Asien. Im Dezember 2007 folgt die bis dato größte Akquisition: LANXESS kauft den brasilianischen Chemiekonzern Petroflex. Das damals börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Rio de Janeiro ist einer der bedeutenden Hersteller von Synthese-Kautschuk weltweit – und ergänzt das LANXESS-Portfolio hervorragend. Außerdem verstärkt sich der Konzern damit in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der Welt. Bereits ein Jahr später – im November 2008 – ist die Petroflex-Übernahme abgeschlossen. Heute firmiert das Unternehmen als LANXESS Elastomeros do Brasil S.A.
Und auch in anderen Teilen der Welt setzt LANXESS seine Wachstumsstrategie erfolgreich fort: So übernimmt LANXESS Mitte 2009 die Geschäfte und Anlagen des indischen Chemieunternehmens Gwalior Industries und der chinesischen Jiangsu Polyols Chemical Co. Ltd. Mit den Akquisitionen beweist LANXESS, dass der Konzern sowohl auf den wichtigsten Märkten der Welt als auch in zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern ein gewichtiges Wort mitreden kann. LANXESS ist eben schon längst kein Sanierungsfall mehr, sondern ein moderner und profitabler Spezialchemiekonzern. Zu den wichtigsten Wachstumsmärkten gehören – neben Asien – auch Mittel- und Osteuropa. So fokussiert LANXESS seit Anfang 2008 sein Geschäft auch auf diese Region und gründet dazu eine eigene Vertriebsgesellschaft mit 40 Mitarbeitern. Der Hauptsitz der neuen Gesellschaft liegt in Bratislava in der Slowakei mit Niederlassungen in Warschau und Budapest. Anfang 2009 folgte der nächste Schritt in puncto „Osterweiterung“: LANXESS startete mit breiter Präsenz in den Märkten Russlands und der GUS. Im brandneuen „Federation Tower“ in Moskau eröffnete LANXESS dazu ein neues Vertriebsbüro für Russland. Das Engagement in den so genannten BRIC-Staaten ist damit nun gewissermaßen komplett: Nach erheblichen Investitionen in Brasilien, Indien und China legt LANXESS den Fokus nun auch auf den vierten entscheidenden Wachstumsmarkt – Russland!
Fokus auf Innovationen und Forschung
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt LANXESS vor allem auf Innovationen und Forschung. Der Anspruch an die unternehmenseigene Forschung und Entwicklung ist groß, aber hier liegt eine der Ursachen des Erfolgs. LANXESS ist mittlerweile ein Vorreiter auf technologischem Gebiet. Und viele seiner Produkte nehmen heute führende Positionen in ihren jeweiligen Bereichen ein – weil LANXESS nach vorne schaut. Verantwortungsvoll, nachdrücklich und vor allem: mit dem Anspruch immer führend zu sein!
Mit starken Produkten die Zukunft im Blick
LANXESS hat die Zukunft im Blick – aber ebenso die traditionsreiche Vergangenheit. Denn als junges Unternehmen vertraut LANXESS auch auf seine starken Wurzeln. Wurzeln, wie die des synthetischen Kautschuks, der 1909 von Prof. Fritz Hofmann erfunden wurde. Mit einem hochkarätig besetzten, wissenschaftlichen Symposium würdigte LANXESS diese großartige Erfindung im September 2009.
Die Erfindung hat die Welt mobil gemacht und ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit einem Portfolio von mehr als 100 Synthesekautschuk-Typen trägt LANXESS das Erbe Hofmanns heute erfolgreich in die Zukunft. Auch das ist eben eine Art von Verantwortung – und LANXESS nimmt sie ernst. Heute ist LANXESS weltweit einer der erfolgreichsten Spezialchemiekonzerne – und das größte an der Börse notierte Spezialchemieunternehmen in Deutschland. Es verbesserte seine EBITDA-Marge – einer der wichtigsten unternehmerischen Kenngrößen – von 6,6 Prozent in 2004 auf beachtliche 11,0 Prozent in 2008 und erreichte damit den Durchschnitt der Wettbewerber.
Im Jahr 2010 ist LANXESS ein Unternehmen, dessen Kunden praktisch überall zu finden sind – in der Automobil-, Bau-, Elektronik-, Landwirtschafts-, Pharma- und Bekleidungsindustrie. Und so ansehnlich wie die Palette an Produkten für die verschiedensten Ansprüche, so nachhaltig ist auch der Wert, den LANXESS in den ersten fünf Jahren für seine Aktionäre geschaffen hat – und den der Konzern auch weiter erhöhen wird.
Verantwortungsvoll und nachhaltig – in jeder Beziehung
LANXESS ist aber nicht nur ein profitables und stolzes Spezialchemieunternehmen. Wirtschaftlicher Erfolg ist bei dem Konzern untrennbar verbunden mit großem Engagement für Umwelt und Gesellschaft. Im Rahmen einer konsequenten Strategie nachhaltigen Wirtschaftens wird in allen Teilen der Welt in Ideen, Produkte und Technologien investiert, die sowohl die Marktposition des Unternehmens stärken als auch die Umwelt entlasten und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Zahlreiche Projekte und Auszeichnungen rund um den Globus beweisen das nachhaltige Engagement.
So wurde beispielsweise die neue Anlage zur Reduktion von Lachgas am Standort Krefeld-Uerdingen im November 2009 von der Initiative „365 Orte im Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler zu einem der „Ausgewählten Orte 2010“ ernannt. Das beweist nicht zuletzt: Nachhaltigkeit, Ideenreichtum und profitables Wachstum passen hervorragend zusammen.