Nachhaltiges Produktportfolio

Mit dem Bekenntnis zur Responsible Care® Global Charter haben wir uns zu einer umfassenden Produktverantwortung verpflichtet. Die vom International Council of Chemical Associations (ICCA) ins Leben gerufene Initiative trug wesentlich zur Entwicklung der „Global Product Strategy (GPS)“ bei. Sie zielt darauf, Basisinformationen sowie Risikobewertungen von Stoffen bereitzustellen, um schädliche Auswirkungen von Chemikalien auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu minimieren – beziehungsweise Produkte so herzustellen und zu vertreiben, dass Schäden für Mensch und Umwelt vermieden werden. Im Sinne dieser Verpflichtungen umfasst unsere Produktverantwortung die sichere Handhabung chemischer Stoffe und Produkte entlang ihres gesamten Lebenszyklus: von der Forschung und Entwicklung sowie der Beschaffung und Produktion über die Lagerung und den Transport bis zur Vermarktung, Weiterverarbeitung und Entsorgung.

Verantwortung über den gesamten Produktlebenszyklus

Unsere „Richtlinie Produktsicherheitsmanagement bei LANXESS“ regelt konzernweit, wie die Produktverantwortung wahrgenommen werden soll, und stellt die Zusammenarbeit aller Beteiligten sicher. Dies gilt insbesondere für die Substanzen in unserem Produktportfolio, die als gefährlich einzustufen sind. Mit der Richtlinie „Zentrale Produktbeobachtung“ steuern wir systematisch die weltweite Überwachung unserer Produkte und deren Anwendung hinsichtlich möglicher gesundheitlicher und ökologischer Auswirkungen. Die gesammelten Erfahrungen lassen unsere Produktentwickler und Experten für Produktsicherheit in ihre Bewertung einfließen. Unsere Richtlinie „Entwicklung von neuen oder geänderten Produkten, Verfahren und Anwendungen“ legt fest, dass bereits Entwicklungsideen systematisch bezüglich ihrer potenziellen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen untersucht werden. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass nicht nachhaltige Produkte, Verfahren oder Anwendungen nicht mehr in unseren Entwicklungsprozess eintreten.

Insbesondere bei verbrauchernahen Anwendungen legen wir größten Wert darauf, dass unsere Produkte hohen nationalen und internationalen Normen, Zertifikaten und Gütesiegeln entsprechen. Beispiele sind hier die Verwendung als Zusatzstoff in Lebensmitteln oder Tierfutter, bei Trinkwasser- und Lebensmittelkontakt oder in Kosmetik-, Pharma- oder Medizinprodukten. So unterstützen wir unsere Kunden unter anderem aktiv bei der Zulassung von Trinkwasserkontaktmaterialien oder der Weiterverarbeitung unserer Produkte zu zertifizierten Waren für den Endverbraucher. Durch den intensiven Informationsaustausch mit unseren Kunden und Lieferanten erreichen wir mehr Transparenz und Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.

Produktportfolio Analyse

Effektives nachhaltiges Handeln setzt voraus, dass wir die Auswirkungen unserer unternehmerischen Tätigkeit möglichst genau kennen – positiv wie negativ. Mit einem eigens dafür entwickelten Bewertungssystem haben wir ein strategisches Steuerungsinstrument geschaffen. Dieses ermöglicht es uns, die Nachhaltigkeitsleistung unseres Produktportfolios in der ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Dimension systematisch zu bewerten – und stetig zu verbessern. Das kontinuierlich optimierte System analysiert die Wirkungen und den Nutzen unserer Produkte anhand von Kriterien, die wir für LANXESS und die Gesellschaft insgesamt als relevant erachten.

 >>BEWERTUNG DES PRODUKTPORTFOLIOS

Umfassende Produktverantwortung

Die weltweiten Chemikalienkontrollregelungen einzuhalten, ist unabdingbare Voraussetzung für die Vertriebsfähigkeit sowie die sichere Handhabung unserer Chemikalien und Produkte über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. LANXESS gewährleistet die Umsetzung verbindlicher und freiwilliger Anforderungen mithilfe eines elektronischen Sicherheitsdatensystems. In mehr als 40 Sprachen informieren Sicherheitsdatenblätter unsere Kunden weltweit über Stoffdaten und Schutzmaßnahmen, die im Umgang mit den jeweiligen Chemikalien erforderlich sind. Wir passen unser elektronisches Sicherheitsdatensystem regelmäßig an die Neuerungen der GHS-Gesetzgebung (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) in den verschiedenen Ländern an.

Das GHS ist ein System unter dem Dach der Vereinten Nationen. Das Ziel: bestehende Einstufungs- und Kennzeichnungssysteme aus unterschiedlichen Sektoren wie Transport, Verbraucher-, Arbeitnehmer- und Umweltschutz weltweit zu harmonisieren. Regionale Besonderheiten in der Umsetzung des GHS werden von uns berücksichtigt – zum Beispiel die CLP-Verordnung (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) in Europa. Wir befürworten ausdrücklich das Ziel der europäischen Chemikalienverordnung REACH, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sicherzustellen.

Fristgerecht haben wir bislang alle für LANXESS-relevanten Stoffe gemäß REACH registriert. In den letzten zehn Jahren wurden dafür rund 1000, zum Teil sehr umfangreiche Stoffdossiers bei der zentralen europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht. Für die Registrierung bewerten wir systematisch alle notwendigen Informationen zu unseren Stoffen sowie deren Verwendungen. Dabei betrachten wir den gesamten Produktlebenszyklus und bestimmen sichere Verwendungsbedingungen.LANXESS unterstützt den freiwilligen Aktionsplan des europäischen Chemieverbandes Cefic und hat eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Diese beinhaltet eine Verpflichtung, alle existierenden REACH-Registrierungsdossiers zu überprüfen und entsprechend der neuesten Anforderungen zu aktualisieren. Diese Anforderungen wurden in den letzten Jahren häufig verändert.

Vergleichbare Chemikalienkontrollregelungen wie in der EU gibt es mittlerweile auch in vielen anderen Ländern, und ihre Anzahl steigt. Vor der Herstellung und dem Export unserer Produkte prüfen wir daher länderspezifisch die Vertriebsfähigkeit nach dort geltendem Chemikalienrecht. Unsere Stoffe und Produkte registrieren wir gemäß lokal geltenden Anforderungen.

Stoffbewertungsprogramme der zuständigen Behörden unterstützen wir, indem wir alle zur Verfügung stehenden Informationen liefern und gegebenenfalls neue Daten ermitteln. Hierbei kommen uns die Erfahrungen aus dem REACH-Prozess zugute.

Einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien

Das global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) der Vereinten Nationen ist ein weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung, aber mit länderspzifischen Besonderheiten. So schafft das System nicht nur eine wichtige Grundlage zur Transparenz im Umgang mit Chemikalien, es gewährleistet außerdem ein hohes Sicherheitsniveau für Mensch und Umwelt. LANXESS hat alle in der EU gehandhabten chemischen Stoffe nach GHS eingestuft und in das so genannte Chemikalieninventar bei der European Chemicals Agency (ECHA) nach Helsinki übertragen.

REACH: Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien

Die REACH-Verordnung ist eine EU-Chemikalienverordnung, welche die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe umfasst.
Für Transparenz und mehr Sicherheit auf allen Ebenen
Ziel von REACH ist es, den sicheren Umgang mit Stoffen bei allen Verwendungen zu gewährleisten. Dazu ist ein stetiger Austausch von geeigneten Informationen zwischen allen Beteiligten einer Lieferkette notwendig. Durch den unter REACH verstärkten Informationsaustausch zu Stoffverwendungen, Verwendungsbedingungen sowie Risikomanagement-Maßnahmen zwischen Herstellern/Importeuren, Weiterverarbeitern und Anwendern wird durch größere Transparenz mehr Sicherheit über die gesamte Produktkette hinweg erzielt:

  • Hersteller und Importeure bewerten die Risiken aller vorgesehenen Verwendungen ihrer Stoffe und beschreiben die sicheren Verwendungsbedingungen mit Hilfe von Expositionsszenarien.
  • Händler müssen Informationen weiterleiten, um die Informationskette nicht zu unterbrechen.
  • Anwender erhalten so mehr Informationen zum sicheren Umgang mit den bezogenen Stoffen zur Überprüfung der eigenen Verwendungsbedingungen

Nur wenige chemische Stoffe müssen nicht registriert werden. Dies gilt zum Beispiel für einige Naturstoffe, Arznei-, Biozid- und Pflanzenschutz-Wirkstoffe, für die es einschlägige Regelungen bereits gibt, sowie Polymere.

REACH-Registrierung bei Polymeren

REACH requirements do not apply to polymers, instead monomer manufacturers must register the polymer building blocks within the program.

Polymere sind von der Registrierpflicht unter REACH ausgenommen. Stattdessen sind bei Polymeren die Monomerbausteine zu registrieren. Dies ist die Aufgabe des Monomer-Herstellers. Wenn Polymere in die EU importiert werden, muss der Polymerimporteur deren Monomerbausteine registrieren, wenn ihr Anteil zwei Gewichtsprozent oder mehr im Polymer beträgt und die gesamte importierte Menge des Monomers eine Tonne pro Jahr übersteigt.

Registrierung der Stoffe bei LANXESS


LANXESS hat seit dem Inkrafttreten der REACH-Verordnung in 2007 etwa 1.000 Stoffdossiers jeweils fristgerecht in drei Phasen (2010, 2013 und 2018) bei der europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki eingereicht. Für die Registrierung wurden alle erforderlichen Informationen zu den LANXESS-Stoffen ermittelt sowie die Herstellung und alle Verwendungen systematisch bewertet sowie sichere Verwendungsbedingungen abgeleitet.

Hintergrund der REACH-Verordnung


Registrierung innerhalb festgelegter Fristen
REACH schreibt die Registrierung von Stoffen vor, die in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr in der EU hergestellt oder in die EU importiert werden. 

Die Unternehmen reichen Informationen zu den Stoffen in Form von technischen Dossiers und Stoffsicherheitsberichten in elektronischer Form bei der zentralen europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki ein. Sie legen zur Beurteilung notwendige Daten vor und müssen darlegen, dass die Stoffe sicher zu handhaben sind und weder die Gesundheit der Weiterverarbeiter und Verbraucher noch die Umwelt gefährden. Als Zeichen für die Akzeptanz eines so eingereichten Dossiers vergibt die ECHA für den betreffenden Stoff eine Registriernummer. Im Rahmen der Dossierbewertung oder Stoffbewertungen entscheiden die Behörden, inwieweit zusätzliche Informationen erforderlich sind.

Mit der Registrierung aller Phase-in-Stoffe ist lediglich ein Teil von REACH abgeschlossen, denn REACH bedeutet Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien. In Zukunft müssen neue Stoffe bereits vor der Herstellung oder vor dem Import registriert werden. Das gilt bereits ab einer Tonne pro Jahr und je Unternehmen. Existierende Dossiers müssen ständig aktualisiert werden.

REACH-ähnliche Gesetze mit umfangreichen Registrieranforderungen für Herstellung und Import aller Chemikalien gibt es inzwischen auch in Südkorea, in Taiwan und in der Türkei. Weitere Länder planen entsprechende Gesetzesänderungen.

Sebastian Röhrig

Head of Corporate Responsibility

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