Eisenoxidpigmente für 3D-Betondruck. Experimentelle Architektur auf der Biennale.
Anorganische Pigmente von LANXESS eröffnen neue gestalterische Möglichkeiten im 3D-Betondruck. Ein aktuelles Beispiel ist die Betonskulptur „Duality of Skin and Core“, die mit roten und schwarzen Eisenoxid-Pigmenten gestaltet wurde. Sie ist derzeit in der Ausstellung „Time. Space. Existence.“ im Rahmen der Architekturbiennale in Venedig zu sehen. Assistant Professor Cristina Nan und Architekt Mattia Zucco vom Department of the Built Environment der Technischen Universität Eindhoven haben die Betonskulptur als architektonisches Experiment entwickelt. Die Realisierung der modularen Säule erfolgte gemeinsam mit LANXESS und dem niederländischen 3D-Druck-Spezialisten Vertico.
Das Projekt zeigt, wie sich Farbe, computergenerierte Muster und Materialperformance in digital gesteuerte Fertigungsprozesse integrieren lassen. So eröffnen sich neue ästhetische und konstruktive Möglichkeiten für die Architektur von morgen.

Farbe als Innovation im 3D-Betondruck
LANXESS bietet eine breite Palette an Eisenoxiden zur Einfärbung von Beton an. Um das Potenzial farbiger Betone im 3D-Druck nicht nur gestalterisch, sondern auch technologisch abzusichern, forscht LANXESS gemeinsam mit Partnern wie dem Institut für Baustoffe an der Technischen Universität Dresden an den Eigenschaften seiner Pigmente unter additiven Fertigungsbedingungen. Im Rahmen gemeinsamer Untersuchungen haben die Partner analysiert, wie sich Bayferrox- und Colortherm-Pigmente im 3D-Betondruck verhalten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Pigmente die Betoneigenschaften nicht beeinflussen und gleichzeitig eine hohe Farbqualität sowie Konsistenz ermöglichen. Sie lassen sich somit uneingeschränkt zur individuellen Einfärbung des bislang meist grauen Materials im 3D-Druck einsetzen.
Innovative Gestaltung und Materialität im 3D-Betondruck
„Duality of Skin and Core“ interpretiert die klassische architektonische Säule neu. Eine schlitzartige Öffnung in der Verkleidung gibt den Blick auf das farbige Innere frei – daher der Name. Bisher dominierte bei vergleichbaren Anwendungen eine monolithische, graue Ästhetik. Durch die innovative Design- und Fertigungsstrategie erweitern sich die Möglichkeiten des 3D-Drucks mit Beton erheblich. Anstatt Bauteile in einem Durchgang zu drucken, verfolgt das Projekt eine modulare Strategie. Inspiriert von antiken griechischen und römischen Säulen besteht das Kunstwerk aus neun Trommeln und vier Flügeln. Jedes Einzelelement wiegt weniger als 30 Kilogramm. Dieses Prinzip erleichtert den Transport, ermöglicht eine flexible Montage, Demontage und Wiederverwendung und verlängert so den Lebenszyklus der Bauteile – ein wichtiger Beitrag zu nachhaltigem Bauen und zirkulären Konstruktionsprinzipien.