Neue Großserienanwendungen für Tepex
- Leichtbau mit exzellentem Oberflächen-Finish
- Ausbau der Kapazitäten in Brilon nach Plan
- Rezyklat-Typen in Entwicklung
Wegen der starken Nachfrage nach Tepex – vor allem aus der Automobil- und IT-Industrie – baut LANXESS die Produktion des Konstruktionswerkstoffs in Brilon derzeit deutlich aus. Bonefeld: „Mitte 2019 nehmen wir wie geplant zwei weitere Produktionslinien in Betrieb.“
Neue Anwendungen im Leichtbau und in der Elektromobilität
Zu den neuen Anwendungen von Tepex im Automobil-Leichtbau zählen Türmodulträger für ein deutsches Mittelklassefahrzeug, Frontends von SUVs (Sport Utility Vehicle) für den US-Markt oder Rücksitzschalen für eine deutsche Oberklassen-Limousine. „In der Elektromobilität zeichnen sich Serienanwendungen wie Träger von Elektro- und Elektronikmodulen sowie Komponenten von Lithium-Ionen-Batteriemodulen ab“, blickt Henrik Plaggenborg, Leiter Tepex Automotive, voraus.
Ebenbürtig zu Neuware
Beispiel einer aktuellen Materialentwicklung sind Produkttypen von Tepex, die aus rezyklierten Fasern in einer Matrix aus rezykliertem Thermoplastmaterial bestehen. „Versuche an ersten Materialproben zeigten bereits, dass diese Rezyklattypen in puncto mechanische Eigenschaften und Flammwidrigkeit ebenbürtig zu ihren Pendants aus Neuware sind“, erläutert Bonefeld.
Dekorieren im Spritzgießwerkzeug
Beispiel einer neuen Verarbeitungstechnologie, die Tepex neue Einsatzgebiete erschließt, ist ein hybrides Fertigungsverfahren. Es kombiniert das Hybrid Moulding mit der In-Mould Decoration(IMD)-Technik. „Das Lackieren von Bauteilen, die per Hybrid Moulding gefertigt werden, kann in das Spritzgießwerkzeug integriert werden. Dadurch vereinfacht sich der Gesamtprozess, und es lässt sich eine Lackierstraße einsparen“, sagt Bonefeld. Bond-Laminates hat bereits auf der K 2016 gemeinsam mit Partnern eine großserienreife Variante des Verfahrens vorgestellt.
Direkt lackierbare Laptop-Deckel
Typische Anwendungen von Tepex in der IT-Industrie sind Deckel von Notebooks, Tablets und Smartphones. Gefertigt werden sie meist im Hybrid Moulding-Verfahren. Dabei wird das Verbundhalbzeug in einem Prozessschritt im Spritzgießwerkzeug umgeformt und per Spritzguss mit weiteren Funktionen wie Verstärkungsrippen, Führungen und Schnapphaken versehen. „Die Einsparung des Umformwerkzeugs, der hohe Automatisierungsgrad und die kurzen Zykluszeiten bei geringem Ausschuss führen zu einem Produktionsprozess, der trotz höherer Kosten für das Spritzgießwerkzeug deutlich wirtschaftlicher ist als das frühere separate Umformen und Hinterspritzen des Halbzeugs oder andere Verfahren auf Basis von Duroplasten oder sogar Leichtmetallen“, erklärt Bonefeld. Hinzu kommt, dass direkt lackierbare, glatte Oberflächen entstehen und das Aufbringen einer Füllschicht, die kleinere Unebenheiten wie Einfallstellen und Mikrolöcher ausgleicht, entfallen kann.
