zwei Chemiestudentinnen, die in einem Chemielabor forschen.

Pioniere bei der Arbeit

Autorin: Kathrin Achenbach

Unbekanntes Terrain betreten – und das eigene Know-how zum Kompass machen. Genau das tun viele unserer Kolleginnen und Kollegen jeden Tag. Sie stoßen Türen auf, denken quer, probieren aus – und treiben Projekte voran, die zeigen, was möglich wird, wenn Expertise auf Entschlossenheit trifft. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.

Eisenoxide entwickeln 

LANXESSMurat Gürsoy in seinem Labor
Murat Gürsoy, Head of Global Innovation & Application, Business Unit Inorganic Pigments

„Wir wollen Partner Nummer eins für den ganzen Westen sein“ 

"Wir wollen die nächste Seite in der Geschichte unseres Geschäftsbereichs aufschlagen. Dieses Jahr feiern wir das 100-jährige Jubiläum unserer Pigmente. Unsere Innovationsabteilung zeigt, dass wir gerade wegen unserer großen Erfahrung im Bereich der Eisenoxide eine spannende Zukunft vor uns haben. 
 
Wir sind hier im Team Innovation auf ganz unterschiedlichen Feldern unterwegs, um unsere Eisenoxide in neue Märkte zu bringen. Da wir auch den Anwendungsbereich mitbetreuen, führen wir unsere ersten Tests hier selbst durch. Das macht uns flexibel und schnell. Gleichzeitig versuchen wir immer, Kooperationspartner für unsere Projekte zu finden – was uns auch gelingt. Nur so können wir die Produkte perfekt an die Wünsche potenzieller Kunden anpassen.  

Im Moment sind wir in folgenden großen Bereichen aktiv:  
Nahaufnahme einer Ladestation für Elektroautos, ökologisches Verkehrskonzept.

Rein in die Batterietechnologie  

Batterien sind einer der wichtigsten Zukunftsmärkte – nicht nur im E-Mobility-Sektor, sondern überall dort, wo Energie gespeichert wird. Die Innovationsteams arbeiten bereits in mehreren Projektstufen daran, Eisenoxide und Eisenphosphate als Vorprodukte für Lithium- und Natrium-Ionen-Batterien nutzbar zu machen. Hier sehen wir enormes Potenzial.

Neue Katalysatoren im Blick  

Ein zweiter Schwerpunkt liegt im Bereich der Katalyse – beispielsweise zur Herstellung von Styrol, das für die Produktion von Polystyrol benötigt wird, vielen besser bekannt unter dem Namen Styropor. Schon eine minimale Verbesserung des Katalysatorsystems kann große wirtschaftliche Vorteile für Hersteller bringen. 
 
Unser Eisenoxid bietet dafür beste Voraussetzungen: Anders als viele Übergangsmetall- oder Edelmetall-basierte Katalysatoren ist unser Produkt zuverlässig verfügbar, wird nachhaltig produziert und ist seit Jahrzehnten durch uns bestens erforscht. 
 
Ein wichtiger Erfolg konnte bereits erzielt werden: Die ersten Mengen einer neuen Katalysatorvorstufe wurden an einen namhaften Kunden verkauft und durchlaufen aktuell Qualifikationstests. Zudem startete im März ein neues Förderprojekt mit akademischen und industriellen Partnern zur Olefin-Synthese über das Fischer-Tropsch-Verfahren Ziel ist es, modifizierte Eisenoxide in das Katalysatorsystem einzubringen. Auch bei der Ammoniaksynthese laufen erste Untersuchungen.  

Wasserstoff geschickt speichern 

Spannend sind auch unsere Forschungsaktivitäten im Bereich „Green Technology“. Dabei geht es um die Wasserstoffspeicherung. Unter bestimmten Bedingungen reagiert Wasserstoff mit unseren Eisenoxiden. Es entstehen metallisches Eisen und Wasserdampf – ein Prozess der chemischen Energiespeicherung. 
 
Dieser Prozess lässt sich auch umkehren: Wasserdampf reagiert mit Eisen zu Wasserstoff und Eisenoxid. Der Wasserstoff kann anschließend in einem nachgeschalteten Prozess genutzt werden, etwa für chemische Reaktionen oder zur Strom- und Wärmeerzeugung. 
 
Hierfür haben wir im Oktober 2025 gemeinsam mit potenziellen Anwendern ein Forschungsprojekt mit einer Laufzeit von drei Jahren gestartet. Unser Ziel ist es, bis dahin eine Demonstrationsanlage mit LANXESS- 
Eisenoxiden aufbauen zu können. 

Bewährtes verbessern 

Neben neuen Märkten bleibt natürlich die Weiterentwicklung bestehender Produkte ein Dauerauftrag. Entweder kommen Kunden mit neuen Anforderungen auf das Team zu – oder das Innovationsteam erkennt selbst Potenziale für neue Anwendungen. So entstehen kontinuierlich verbesserte oder modifizierte Eisenoxidqualitäten." 

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