Klimaschutz und Energieeffizienz

Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die Weltgemeinschaft dem Ziel verpflichtet, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Level zu begrenzen. Entsprechend haben sich alle unterzeichnenden Nationen ambitionierte Reduktionsziele gesetzt. So sieht der „Klimaschutzplan 2050“ in Deutschland als Zwischenziel vor, die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 1990 um mindestens 55 % zu senken. Die Industrie soll dazu mit einer Reduktion zwischen 49 % und 51 % beitragen.

Auf dem Weg zu mehr Klimafreundlichkeit ist LANXESS seit seiner Gründung deutlich vorangekommen. Von 2004 bis 2018 haben wir unseren Ausstoß von Treibhausgasen halbiert – von rund 6,5 Millionen Tonnen CO2e auf etwa 3,2 Millionen Tonnen CO2e. Unsere zuletzt verfolgten Ziele – die Verbesserung der Energieeffizienz und die Reduktion der damit verbundenen CO2-Emissionen sowie die Reduktion von Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen um jeweils 25% gegenüber 2015 – konnten wir zudem bereits deutlich früher als ursprünglich geplant erreichen.

Vor diesem Hintergrund war es an der Zeit, sich neue, ambitionierte Ziele zu setzen und damit unserer Verantwortung als global agierender Spezialchemiekonzern gerecht zu werden: Bis 2040 soll LANXESS klimaneutral werden. Bereits bis 2030 wollen wir unseren Ausstoß von Treibhausgasen ein weiteres Mal halbierend auf rund 1,6 Millionen Tonnen CO2e reduzieren. Damit hätten wir eine Reduktion von 75 % gegenüber den Emissionen bei der Gründung von LANXESS erreicht. Zur Messung unserer klimarelevanten Emissionen betrachten wir den Ausstoß der im Kyoto-Protokoll definierten Treibhausgase und rechnen mit ihrer Treibhaus-wirksamkeit im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid (CO2e). Dabei beziehen wir die Emissionen aus unserer eigenen Produktion (Scope 1) und aus fremden Energiequellen (Scope 2) in die Berechnung ein.

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Unser Weg zur Klimaneutralität

1. Wir mindern die Emissionen aus unternehmenseigenen Quellen drastisch.

2. Wir reduzieren unseren spezifischen Energiebedarf.

3. Wir kaufen sehr emissionsarme oder klimaneutrale Energien ein.

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Klare Strategien zur Senkung der Emissionen

Um unser Ziel zu erreichen, setzen wir an drei großen Stellschrauben an:

1. Klimaschutzprojekte mit großem Reduktionshebel initiieren
Mehrere Sonderprojekte sollen in den kommenden Jahren zu einer signifikanten Reduzierung von Treibhausgasen führen. So bauen wir am Standort Lillo (Belgien) derzeit eine Anlage zur Zersetzung von Lachgas. Die neue Anlage geht 2020 in Betrieb und reduziert unsere jährlichen Emissionen dieses besonders klimaschädlichen Treibhausgases um rund 150.000 Tonnen CO2e. Nach der Installation einer zweiten Ausbaustufe im Jahr 2023 wird der CO2e-Ausstoß um weitere 300.000 Tonnen sinken. 

Darüber hinaus stellen wir die Energieversorgung unserer indischen Standorte vollständig auf regenerative Quellen, konkret Biomasse und Solarenergie, um. Dadurch wird unser CO2e-Ausstoß ab 2024 um weitere 150.000 Tonnen abnehmen. Mit diesen Projekten und weiteren Maßnahmen wollen wir unseren CO2e-Ausstoß bis 2025 um insgesamt 800.000 Tonnen reduzieren. Dafür werden wir bis zu 100 Mio. € investieren.

2. Emissionen und Wachstum entkoppeln
LANXESS ist auf Wachstumskurs. Doch trotz steigender Produktionsmenge soll der Ausstoß von Treibhausgasen in unseren einzelnen Geschäfts-bereichen sinken. Neben technischen Effizienzmaßnahmen spielen dabei auch veränderte Governance-Instrumente eine bedeutende Rolle: So wird der Einfluss auf die CO2e-Bilanz zum Investitionskriterium bei organischem Wachstum und Akquisitionen. Geschäftsbereiche, die ihre Treibhaus-gasemissionen überdurchschnittlich stark senken, haben so einen direkten finanziellen Vorteil. Darüber hinaus soll die CO2e-Reduktion zum Bewertungskriterium im Bonussystem für Führungskräfte und Vorstand werden.

3. Prozess- und Technologieinnovationen stärken
Um bis 2040 klimaneutral zu werden, überarbeiten wir zahlreiche bestehende Produktionsverfahren. So werden wir unsere Verbundstrukturen weiter verbessern, etwa im Bereich Wärmeaustausch zwischen den Betrieben oder bei der Abluftreinigung. Andere Verfahren müssen hingegen erst noch im großtechnischen Maßstab entwickelt werden. Entsprechend werden wir unsere Forschungsaktivitäten künftig stärker auf klimaneutrale Prozess- und Technologieinnovationen ausrichten.

Mit der Umsetzung der zuvor genannten Maßnahmen wollen wir unsere jährlichen Emissionen bis zum Jahr 2040 auf unter 300.000 Tonnen reduzieren. Die Restemissionen werden wir über entsprechende Kompensationsmaßnahmen neutralisieren. Auf diese Weise leisten wir in den kommenden Jahren nicht nur einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz, sondern werden auch für unsere Kunden ein noch nachhaltigerer Partner.
LANXESS
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Systematisches Energiemanagement

Eine hohe Energieeffizienz verbessert nicht nur unsere Emissionsbilanz, sondern auch unsere Kostenposition und damit letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS. Unser globales Energiemanagement fördert Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz in unseren Anlagen. Energiebeauftragte stellen in jeder Business Unit die Kommunikation sowie die fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung sicher. Technische Experten aus den Zentralabteilungen unterstützen die Teams vor Ort dabei, wirtschaftliche Effizienzsteigerungsprojekte zu identifizieren und umzusetzen.

Mit unseren deutschen Standorten Leverkusen, Krefeld-Uerdingen und Dormagen nehmen wir seit Ende 2017 an der Initiative Energieeffizienz-Netzwerk@Chempark teil, die von der Bundesregierung und führenden Industrieverbänden gegründet wurde. Ein Energieeffizienz-Netzwerk besteht aus jeweils 8 bis 15 Unternehmen. Die Netzwerke sollen auf nationaler Ebene zu einer Einsparung von 75 Petajoule Primärenergie bzw. der Minderung von 5 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen beitragen. Das Netzwerk@CHEMPARK, in dem sich mehrere unserer Standorte engagieren, hat sich mit seinen Partnern zum Ziel gesetzt, einen Beitrag von 100 Gigawattstunden zu leisten. Im Berichtsjahr konnten weitere Projekte erfolgreich umgesetzt werden. Die Netzwerkinitiative wird zudem mit der Teilnahme unseres Standorts Mannheim am Netzwerk ChePap und des Standorts Bitterfeld am neuen Netzwerk Bitterfeld-Wolfen 2.0 auch in anderen Regionen unterstützt.
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Nachhaltige Logistik

Unsere Transportlösungen wählen wir weltweit individuell nach den Prinzipien Sicherheit, Pünktlichkeit und Kosteneffizienz aus. Dabei
betrachten wir auch die aus den Transporten resultierenden CO2-Emis-sionen. Besonderes Augenmerk legen wir darauf, den Einsatz von Schiffen weiter auszubauen. In diesem Kontext investieren wir derzeit in digitale Lösungen, die uns frühzeitig den Status von Schiffstransporten übermitteln, sodass wir den anschließenden Landtransport vorausschauend mit möglichst emissionsarmen Verkehrsträgern und Transportmitteln planen können. Zudem nutzen wir zur Abwicklung unserer Transporte zunehmend Angebote des vergleichsweise emissionsarmen Kombinierten Verkehrs, bei dem der überwiegende Teil der zurückgelegten Strecke per Eisenbahn, Binnen- oder Seeschiff bewältigt und der Vor- bzw. Nachlauf auf der Straße dadurch so kurz wie möglich gehalten wird. Insbesondere in Europa besteht eine gute Infrastruktur für derartige Transporte. Durch den vermehrten Einsatz der Schiene ist der Kombinierte Verkehr aber selbst für Lang-streckenverbindungen nach China eine Option.

Für unseren Gütertransport auf der Schiene setzen wir in Deutschland weiterhin auf das vom TÜV SÜD geprüfte Eco-Plus-Angebot des Logistikunternehmens DB Cargo. Die für den Transport benötigte Strommenge wird aus regenerativen Energiequellen bezogen. So können wir unsere CO2-Emissionen im nationalen Schienentransport gegenüber dem herkömmlichen Angebot um ca. 80 % reduzieren.

Sebastian Röhrig

Head of Corporate Responsibility

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