Control room of Saltigo's CAE facility in Dormagen.

Neuanfang geglückt

Eine Erkrankung oder ein Unfall kann jeden treffen – egal ob jung oder alt. Das Aus im Berufsleben muss das aber nicht bedeuten. Zum Glück: Denn für ein zufriedenes Leben sind die Arbeit und ein tolles Team wichtig. Drei Kolleginnen und Kollegen berichten von Neuorientierung und Neustart.
„Wo sind Sie denn schwerbehindert?“ – diese Frage bekommt Raquel Rempp öfter mal gestellt, wenn ihr jemand das erste Mal begegnet. Und sie nimmt es mit Humor. „Auch wenn man mir meine Behinderung nicht ansieht: Ich leide seit sechs Jahren an Arthrose. Die Schmerzen in den Knien kamen sozusagen von jetzt auf gleich. Und mittlerweile sind leider auch meine Handgelenke betroffen“, erzählt die Kollegin, die im Supply Chain Management am Standort Mannheim arbeitet. Das bedeutete für sie: lernen, mit dem Schmerz zu leben. Und zu akzeptieren, dass manche Dinge eben nicht mehr ganz so schnell gehen wie früher. „Diese Kopfarbeit war eigentlich das Schwerste für mich nach der Diagnose“, erinnert sich die 55-Jährige.

Schnelle Hilfe

Bedenken, ihre Erkrankung auf der Arbeit offen anzusprechen, hatte sie jedoch nie. „Ich habe meinen Chef direkt ins Boot geholt und bin in meinem ganzen Team auf viel Verständnis gestoßen.“ Und auf unbürokratische Hilfe: Schnell wurden ein höhenverstellbarer Schreibtisch sowie eine ergonomische Maus und Tastatur angeschafft – Kleinigkeiten, die für Raquel Rempp aber den entscheidenden Unterschied machen. „Ich liebe meinen Job. Und diese Hilfsmittel tragen dazu bei, dass ich ihn noch möglichst lange ausüben kann.“

Leistung im Job zu bringen und eine Behinderung zu haben, sind für sie keine Widersprüche. „Leider erlebe ich es immer wieder, dass sich Kollegen vor einem ‚Outing‘ scheuen, da sie Angst vor einem Karriereknick haben.“ Daher engagiert sie sich seit mehreren Jahren bei uns in der Schwerbehindertenvertretung am Standort Mannheim. Hier vermittelt sie zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden, um gemeinsam die beste Lösung zu finden.

„Eine Erkrankung oder ein Unfall kann jeden von uns treffen – egal ob jung oder alt. Daher würde ich mir wünschen, dass wir das Thema Inklusion noch viel stärker in unserem Alltag verankern."

Raquel Rempp,
Supply Chain Management, LANXESS

Anerkennung statt Vorurteile

Dass es im Arbeitsumfeld auch alles andere als tolerant zugehen kann, diese Erfahrung hat Karl-Heinz Thormann gemacht. Er ist Schichtführer eines Betriebs unseres Geschäftsbereichs Saltigo am Standort Dormagen. Bei ihm wurde bereits im Alter von 24 Jahren die Autoimmunerkrankung Morbus Bechterew festgestellt, die mit chronischen Schmerzen vor allem im Rückenbereich einhergeht.

„Als junger Mann an den Kollegen vorbei durch den Betrieb zu humpeln – das war Anfang der 80er Jahre ein echter Spießrutenlauf.“

Karl-Heinz Thormann,
Shift Supervisor, Saltigo

Zum Glück erkannte sein damaliger Schichtführer sein Potenzial – Karl-Heinz Thormann hatte ein Faible für alles, was mit dem Computer zusammenhing – und versetzte ihn in die Messwarte. „Da bin ich auch heute, fast 40 Jahre später, noch geblieben. Und auch wenn ich auf Schicht so eine Art Sonderrolle einnehme, habe ich von meinen Vorgesetzten immer Anerkennung für meine Arbeit bekommen.“ 

In den letzten Jahren sei die Gesellschaft – und damit auch die Arbeitswelt – zum Glück toleranter und offener geworden. Trotzdem gebe es noch Luft nach oben. Karl-Heinz Thormann: „Schwerbehinderte erhalten für ihre Leistung oft nicht die verdiente Wertschätzung. Dabei gehen wir jeden Tag an unsere Grenzen, um unseren Job genauso gut zu machen wie ein gesunder Kollege.“ Um darüber aufzuklären, ist er seit 2005 in der Schwerbehindertenvertretung aktiv – und als Vertrauensmann erster Ansprechpartner für Kollegen. Sein Wunsch für ein offeneres Miteinander: Verständnis haben und sich mit Respekt begegnen.

Chance für Neuanfang

Welch einschneidende Folgen eine Krankheits-Diagnose für das Berufsleben haben kann, weiß Jürgen Heitmann. Eigentlich hatte der gelernte Industriemechaniker eine klassische Laufbahn im handwerklichen Bereich, vielleicht mit zusätzlichem Meisterabschluss geplant. Als die Multiple Sklerose (MS), die 2012 bei ihm festgestellt wurde, ihn jedoch immer mehr in seiner Beweglichkeit einschränkte, war klar: So ging es nicht weiter. „Ich musste mich ständig erklären, warum ich eine Aufgabe nicht mehr so schnell erledigen konnte. Das war sehr kräftezehrend und frustrierend“, erinnert er sich. 

Er entschloss sich daher, eine Umschulung zum Bürokaufmann zu machen. Um diesen Prozess anzustoßen, war erst mal Eigeninitiative gefragt. Gespräche mit Kranken- und Rentenkasse sowie dem Versorgungsamt mussten geführt und jede Menge Formulare ausgefüllt werden.

„Zum Glück haben mich die Kollegen vom Betrieblichen Gesundheitsmanagement und von der Personalbetreuung unterstützt. So wurde meine Umschulung innerhalb kurzer Zeit genehmigt, und ich für zwei Jahre freigestellt, um in Köln die Berufsschule zu besuchen.“

Jürgen Heitmann,
Time Management, LANXESS

Seit 2018 arbeitet Jürgen Heitmann in seinem neuen Job im Bereich Zeitwirtschaft im Personalbereich in Leverkusen. „Hier fühle ich mich wohl und habe durch meine Erkrankung kaum Einschränkungen“, sagt er. Er ist dankbar, dass ihm LANXESS diesen Schritt ermöglicht hat: „In meinem alten Job hätte ich sicherlich bereits Erwerbsminderungsrente beantragen müssen.“ Sein Rat an alle in ähnlicher Situation: selbstbewusst zur Erkrankung stehen und um Unterstützung bitten. „Ich bin oft auf Verständnis und Hilfsbereitschaft gestoßen. Wenn man offen miteinander spricht und selber Einsatz zeigt, lassen sich viele Probleme zusammen lösen.“

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